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Biographie Kathrin Beddig

Nach Förderstipendium an der Musikschule der Stadt Bonn folgte das Studium an der Musikhochschule Köln. Währenddessen Besuch von Meisterkursen (p.-l. Graf, Trevor Wye, Michael Faust u. a.), sowie Assistenz an der Hochschule.
Anschließend
Aufbaustudium an der Musikhochschule Karlsruhe, zusätzlich Ausbildung bei Claudio Spieler (Percussion) und Unterricht bei Shakuhachi-Meister Jim Franklin.

Kammermusikprojekte mit Kotospielerin (jap. Harfe), Obertonsänger, Trommlern, Organisten, Gitarristen, Pianisten u. a.

März 2009: Beginn der Arbeit an der Künstlerfigur Momoreska

Teilnahme am Programm des woodroot radio (Österreich)
Referentin für Improvisation-Workshops u. a. beim FdQ
Fortlaufende Beteiligung an Konzertreihen und Festivals.

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Interviews

Interview zu Lichtspieler

Was steht im Mittelpunkt von Lichtspieler?
Lichtspieler ist ein Programm zur Weihnachtszeit. Im Mittelpunkt stehen Weihnachtslieder, die ich zuspitzend verfremde und variiere, aber unter anderem auch zum Mitsingen einfach so belassen habe. Dazwischen gestellt habe ich die Weihnachtsgeschichte des Matthäus-Evangeliums zusammen mit deren eigener „Übersetzung“, was die Weihnachtsgeschichte mit mir selbst, exemplarisch für den heutigen Menschen, zu tun hat

Und was hat die Weihnachtsgeschichte mit dem heutigen Menschen zu tun?
Zunächst einmal ist Weihnachten ein sehr besonderes Datum. Es findet jedes Jahr zur gleichen Zeit statt und man kann sich daher im Rückblick an viele einzelne Weihnachten erinnern, während andere Tage einfach so vergangen sind. Im Vergleich ist es möglich, sich zu fragen, wie geht es mir speziell in diesem Jahr? Bin ich zufrieden? Fehlt mir etwas, was früher da war? Was ist heute besser oder schlechter? Wie ich einen inneren Ausgleich zu fernen weihnachtlichen Sehnsüchten schaffen kann, indem ich mich auf unvermeidliche Veränderung einlasse und den positiven Kontakt zu mir selbst vertiefe, darauf gibt die Weihnachtsgeschichte konkrete Antworten.

Was bedeutet für Sie das christliche Symbol des Lichts?
Licht entfaltet seine Wirkung angesichts der Nacht, wörtlich gesehen und in übertragenem Sinn. Die Tage sind kürzer, die Witterung ist ungemütlicher und wir zünden drinnen ein paar Kerzen an oder stellen sie ins Fenster, damit sie heraus leuchten. Auch die aus Amerika zu uns herüber geschwappte private Lightshow, ungeachtet der darin ausgedrückten Kommerzialisierung oder gar der Rivalität „wer hat die meisten Lichter im Garten“, kommt ja nur angesichts überwiegend dunkler Tageszeit zur Geltung. Wie ein Kontrastprogramm zur trüben Winterstimmung sind die Weihnachtslieder aller Zeiten oft sehr fröhlich. Auch wenn Weihnachten schon immer auch ein Fest der gemischten Gefühle gewesen ist, steht das für mich ganz vorne: die Aufforderung, sich auf den Zugang zu tiefer innerer Freude zu besinnen, die den ganzen Menschen erfasst, egal wie dunkel es gerade um ihn und in ihm ist.

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Interview zu Femme Fleur

Femme Fleur ist eines Ihrer ersten Programme?
Ja. Damals überlegte ich, an welchem Punkt in der Geschichte ich mich mit meiner Musik am ehesten anknüpfen wollte. Wenn ich auch für mich Anklänge verschiedener Epochen der Musikgeschichte und populäre Rhythmen verbinde, fühle ich mich den Suchbewegungen seelenverwandt, die in der Zeit des Jugendstil unternommen wurden, um Kunst, Kultur und Technik zusammen zu bringen und eine Gegenwelt zu bisherigen Traditionen zu schaffen. Man bemühte sich um einen freieren Ausdruck nach neuen Regeln, das Alte schien überholt zu sein.

Ist das nicht ein Merkmal jeder einzelnen kulturellen Epoche?
Kunst hat wohl immer viel mit der Gesellschaft zu tun, auf die sie sich bezieht. Die auf die Zeit des Jugendstil folgenden Verwüstungen der Weltkriege im 20.Jahrhundert haben bei vielen Menschen dazu geführt, sich von ihrer Mitte, von ihren Gefühlen, auch von ihren wahren Sehnsüchten abzuspalten. Dadurch konnten sich vermutlich mehr Menschen als je zuvor nur noch schlecht selbst wahrnehmen. Das Überleben war wichtiger als das Sichselbstfühlenkönnen. Dies führte meiner Ansicht nach auch in der Musik zu einer technischen Auffassung von Musik, Zwölftonmusik, serielle Musik und anderes, in der es weniger um die „Ordnung der Gefühle“ geht, als vielmehr die Befreiung vom Gefühl und den musikalischen Ausdruck einer Gesellschaft voller innerer und äußerer Zerstörung. In dieser Art von Musik fühle ich mich nicht zu Hause. Daher ist es mir wichtig, den - wie ich finde lebenswichtigsten - menschlichen Gefühlen eigene Klangfarben zu geben.

Was bedeutet eigentlich Femme Fleur?
Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war dies ein beliebtes Bildmotiv, eine antikisierte junge Frau, dargestellt neben einer Blume, nicht selten neben einer Schwertlilie. Im 19. Jahrhundert gab es eine geheime Sprache der Blumen, das heißt, damals war sie vielen bekannt, heute wissen wir nicht mehr soviel darüber. Ich habe nachgelesen, was die Schwertlilie für symbo-lische Bedeutungen hat und wie der Name schon sagt, ist es eine Blume der Tatkraft, die ich vertone und im Wechsel mit der im gesprochenen Wort dargestellten Erfahrung von Angst vortrage. Die Femme Fleur war in der Doppelmoral jener Zeit das idealisierte Vorbild gegenüber der Femme Fatale.

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Interview zu Duelle

Wieso haben Sie ein Programm über Duelle geschrieben?
Am Anfang stand meine Neugier, den Begriff einer „Frage der Ehre“ zu erkunden, da ich beobachtet hatte, dass – auch wenn die Praxis des Duellierens schon lange aus der Mode gekommen ist – eine Frage der Ehre ins heutige Leben immer noch hineinspielt, vor allem, wenn jemand sich schlecht behandelt fühlt und dies nicht auf sich sitzen lassen will. Ich meine, dass durch eine ehrenrührige Fixierung bei dem, der den Konflikt vorantreibt, eine übertriebene Reaktion zum Ausdruck kommt, die eiskalt in Kauf nimmt, den anderen zu ruinieren und ohne jede Einfühlung ist, Hauptsache man selber bekommt sein Recht. Dieser eingleisige Zustand, der ein trauriges Licht auf große Teile der Gesellschaft wirft, hat in der musikalischen Kunst vielfältigen Ausdruck gefunden, aber auf eine konstruktive Weise, ohne dabei jemandem zu schaden. Das hat schon Mozart einmal gesagt, dass auch der heftigste musikalische Streit immer noch schön klingen kann. Ich habe also einiges über die Frage der Ehre, die Praxis des Duellierens und so weiter gelesen und dann meine Musikstücke dazu geschrieben. Wie immer gehe ich auch hierbei Gefühlen nach, sei es ob sie den Wettkampf begleiten, ihm vorangehen oder nachfolgen.

Sind das denn nicht für die Kampfsituation an sich immer die selben Gefühle?
Nein, da gibt es eine große Bandbreite, von zornig und wild über cool bis zur unbändigen Freude an der Herausforderung. Das Schönste ist, wenn ein Kampf einfach ein Spiel sein kann und nicht auf der größtmöglichen Vernichtung des anderen besteht. Interessant ist, dass man, wenn man in der Vergangenheit stöbert, immer wieder auf die ganz alten Texte stößt, die zeitlos gültige Gedanken enthalten. Schon vor vielen tausend Jahren hat man sich überlegt, wie und ob es möglich wäre, Kriege zu vermeiden und kam zu dem Ergebnis, dass es wohl Utopie bleiben müsste, solange nicht jeder Mensch zur Weisheit befähigt sein könnte.

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Interview zu Fantasie und Feder

Worum geht es im Fantasie und Feder?
Das ist ein Programm über Karl May, mehr zufällig genau zu seinem 175. Geburtstag entstanden, aus dem Wunsch heraus, das thema Utopie, das mir in meinem vorangehenden Programm Duelle kurz begegnet war, weiter zu vertiefen. Bei der Recherche zum Thema utopie stieß ich mit großem Erstaunen auf Karl May, von dem ich zuvor nicht wusste, dass man ihn zu den Utopisten zählt.

Wie kamen Sie auf den Titel Fantasie und Feder?
In einem Buch über Karl May las ich, er schrieb seine Romane „mit Fantasie und Feder“. Ich würde sagen, „mit Fantasie“ gehe auch ich an meine Projekte, nur ersetze ich die Feder je nachdem durch Bleistift, Kugelschreiber oder Computer.

Sie stellen also anlässlich des Konzertprogramms den Menschen Karl May vor oder geht es Ihnen mehr um seine Romane?
Sowohl als auch. Sein Leben ließ an Dramatik nichts zu wünschen übrig und eignet sich sehr gut für musikalische Umschreibung, von der Sehnsucht nach heiler Welt bis zu deren Vision. Karl May schrieb wie auch mancher seiner Zeitgenossen spannende Geschichten über fremde Länder von Nordamerika bis Orient. Seine Botschaft war, dass alle Menschen gleichberechtigt seien. Die einem Menschen entgegengebrachte Wertschätzung sollte nicht seiner Herkunft, sondern seiner Herzensbildung geschuldet sein. Ich finde, das ist gerade für unsere heutigen Zeit ein vorbildlicher Standpunkt..

Wählen Sie kulturhistorische Themen nach dem Gesichtspunkt, dass sie dem heutigen Menschen etwas zu sagen haben?
Ja, das ist mir sehr wichtig. Ich habe ein Anliegen, das ich darstellen will und finde hierfür in der Vergangenheit bedeutende Gleichgesinnte. Ich glaube daran, dass es bei den Menschen weniger Aggressionen geben würde, wenn jeder sich um ein inneres Gleichgewicht bemühte, an seiner Selbsterkenntnis arbeitet und mit sich selbst im Frieden lebt, so dass er innere Konflikte nicht nach außen verlagern müsste. Hierfür einen anregenden künstlerischen Ausdruck zu finden ist mein persönlicher Beitrag für die heutige Gesellschaft.

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Interview zu Wellen(k)länge

Erklären Sie doch bitte den Hintergrund des Wortspiels im Titel…
Auf einer Wellenlänge zu sein ist ein Ausdruck dafür, mit Leichtigkeit gegenseitiges Verständnis aufbringen zu können und ein Gegenüber zu haben, mit dem man sich wohlfühlen kann. In dem Konzept geht es mir darum, Melodien soviel Raum zu geben wie möglich, so dass sich Ruhe ausbreitet und äußerer und innerer Druck abfallen. Hierfür bevorzuge ich Töne, deren eigene Schwingung eine deutliche Amplitude und damit eine ganz konkrete Nähe zu „Wellen“ hat. Die Kombination von Wellenlänge und Wellenklänge ist vom Entstehungsort dieses Programms inspiriert: den Ruheräumen eines Thermalbades. Dort hatte ich vor einigen Jahren eine Konzertreihe zu den Jahreszeiten.

Welches Thermalbad war das?
Es handelt sich um die Therme Vierordtbad Karlsruhe. In dem an der Seite liegenden Ruheraum sind Liegestühle aufgestellt. Dieser Ruheraum ist rund 10 m hoch, so wie ein geräumiger nach oben offener Turm, mit einer Akustik, wie man sie sonst eher in Sakralbauten vorfindet.

Wie haben Sie das Konzept entwickelt?
Aus drei Impulsen: Erstens ist der Raum für mich ein Mitspieler, oft sind Töne, die ich vorher gespielt habe noch zu hören, während ich neue Töne dazu spiele. Ich reagiere auf die Klangentwicklung im Raum. Sie verlangsamt mein Spielen und das passt zu meiner Vorstellung einer Musik des Ausruhens und verstärkt sie von außen. Nach diesem zweitens noch drittens die Anknüpfung: Musik zum Muttertag, „Mutter“ als musikalisches Symbol.

Eine Art mütterliche Musik? Wie klingt das für Sie?
Zunächst einmal spiele ich ausschließlich Altquerflöte, vom Klangcharakter für mich wie die Urmutter der normalen Querflöte. Die Altquerflöte kombiniere ich mit Klangschalen („die Frau als Gefäß neuen Lebens“) und Klangröhren.
Die 4. Tonstufe heißt in der indischen Tonsilbensprache Ma (wie Mama), daher beziehe ich viele Quarten mit ein. Der Klang von Klangschalen und -röhren und das Vibrato der Altquerflöte sind wellenförmig wie das Meer, denn auch das Meer symbolisiert Frau und Mutter (mare – stella die mare - Maria)

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Interview zu Sternenwege Masken

Sternenwege, hat das was mit dem Weltraum zu tun?
Nein, im Gegenteil: Die Wege, die ich in Sternenwege zurücklege, führen in die Mitte des Selbst. Nicht selten können Menschen sich selbst wenig spüren. Sie sind mit sich selbst nicht mehr in Kontakt als mit fernen Galaxien. Paradoxerweise braucht der, der die Nähe zu sich sucht, Abstand von sich selbst. So kann er sich von außen und damit zugleich von innen betrachten. Dies habe ich gedanklich auf einen zurück zu legenden Weg in Form eines Sterns übertragen: Wenn ich einen fünfzackigen Stern auf Papier zeichne, setze ich für jede Zacke neu an. Bevor ich neu ansetze, halte ich den Stift einen Moment lang fest, um den Winkel der nächsten Zacke abschätzen zu können. So zeichne ich von Zacke zu Zacke, bis der Stern fertig ist. Jeder dieser Zacken ist einer Grund legenden Befindlichkeit zugeordnet.

Sie gehen also von Gefühl zu Gefühl?
Ja, oder genauer gesagt: von emotionalem Standort zu emotionalem Standort. Um die einzelnen Positionen besser verstehen zu können, setze ich mir sinnbildlich jeweils eine passende Maske auf. Die Maske des Kampfgeists ruft andere Kräfte in mir wach als die der Sehnsucht… Verschieden farbig gestaltete Masken habe ich zur Veranschaulichung in dem Konzert als Requisiten dabei. Ich stelle sie neben mir auf, wenn es geht mit Extra-Beleuchtung.

Daher der zweite Titel Masken? Wie sind Sie darauf gekommen?
Mein Ausgangspunkt war die musikgeschichtliche Tradition, bestimmte Rhythmen oder Tonarten bestimmten Gefühlen zuzuordnen. Ich habe dieses alte Konzept auf mein neues übertragen. Außer Rhythmen und Tonarten wählte ich bestimmte Klangfarben, die ihren Ursprung in Blues, in irischer Folklore, Romantik und Weltmusik, vor allem der des fernen und nahen Ostens, haben. Diese zitiere ich, mische sie entsprechend der ihnen von mir zugewiesenen Bedeutung und mache daraus etwas Eigenes, beschränkt auf nur fünf Standorte. Jeder emotionale Standort hat seinen eigenen Klang. Entweder bringe ich mehrere Standorte in einem Programm unter oder ich widme jeweils einzelnen Standorten eigene Programme.

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Interview zu Lauschende Bäume

Wie kamen Sie auf den Titel „Lauschende Bäume“?
In den Metamorphosen von Ovid gibt es eine Geschichte mit lauschenden Bäumen. Die hat mir immer besonders gut gefallen: es geht darin um Orpheus, der auf einer Wiese in der Sonne sitzt und Musik macht, und dann mit seiner Musik die am Waldrand stehenden Bäume anlockt. Sie kommen näher, um besser zuhören zu können und spenden ihm dann auch Schatten.

Die Geschichte über die lauschenden Bäume war also der Aufhänger dieser Konzeption.
Steht sie im Mittelpunkt Ihres Konzertprogramms?

Im Mittelpunkt steht sie nicht, ich setze sie ganz ans Ende. Aber die Geschichte der lauschenden Bäume gab mir das Stichwort Baum vor. Um den roten Faden weiter aus zu spinnen, suchte ich in antiken Texten, konkret: in der griechischen Mythologie nach magischen Baum-Geschichten. Ich war überrascht über deren großer Fülle und ihren Stimmungsreichtum und habe mich in meinen Kompositionen von den Charakteren der griechischen Götter und den darin überlieferten dramatischen Ereignissen inspirieren lassen.

Verwenden Sie hierbei auch griechische Musik, z. B. aus der Folklore?
Zuerst dachte ich daran, dies ausschließlich zu tun und beschäftigte mich intensiv mit den alten griechischen Tonleitern (phrygisch, lydisch, dorisch und so weiter). Ich habe diese ebenso wie den für griechische Folklore typischen 7/8 Takt aufgegriffen und daneben klassische und rockige Klänge eingesetzt, um musikalische Wurzeln alter und neuer Zeiten zusammen zu bringen und eine Brücke zu schlagen zwischen gestern und heute.

Wie könnte man die Musik beschreiben, die Sie komponieren?
Ich nenne meine Stücke „Lieder ohne Worte“: Die Flöte ist ein Instrument, was der Stimme sehr nahe steht. Wie die Stimme verfügt sie über eine Vielzahl von Nuancen. In meinen Liedern lasse ich die Erzählungen nachklingen, die ich zuvor vorgetragen habe.

Irgendwie können wir uns den Klang Ihrer Musik und das Programm Lauschende Bäume immer noch nicht so recht vorstellen...
Das wundert mich nicht. Es ist schwierig zu beschreiben: meine Musik passt in keine gängige Schublade. Ich lege Wert darauf, dass sie ausgewogen und abwechslungsreich ist und dass sie schön klingt und persönliche Tiefe hat. An erster Stelle übersetze ich Gefühle in Musik und vertone so die Geschichten. Ich mag auch Interaktionen mit dem Publikum und lade es zum Mittun ein.

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Interview zu Die Farbe Blau

Warum ein Konzertprogramm zur Farbe Blau?
Den Ursprung hatte dieses Programm in meiner in den Vorjahren gegrün-deten Tradition, jeweils im März ein Konzert mit meinen neuesten Kompositionen zu veranstalten. Mit dem Programm Die Farbe Blau stelle ich einen direkten Bezug her zu diesem besonderen Zeitraum des Jahres, an dem die Natur wieder erwacht. Der Frühling wurde schon in früheren Zeiten in vielen schönen und munteren Volksliedern besungen, aus denen ich zitiere.

Es ist also ein Programm mit Anklängen an Frühlingslieder?
Wie immer nähere ich mich meinem Thema von verschiedenen Seiten, sammle also erst mal Ideen aus dem Umfeld: Die Farbe Blau ist in ihrer symbolischen Bedeutung sehr vielschichtig. Dies kommt auch in sprachlichen Redewendungen zum Ausdruck wie „Ins Blaue fahren“ oder „Ich habe den Blues“. Auch in religiösem Zusammenhang ist Blau an vielen Stellen zu finden, wie zum Beispiel in Gestalt der blaugesichtigen Göttin Kali. Nicht unwichtig schien mir auch als Ansatzpunkt die Gruppe „Der blaue Reiter“: „Jede Farbe sollte klar sagen, wer und was sie ist“ (Franz Marc) oder „den inneren Klang der Dinge“ zu suchen (Wassily Kandinsky). Die Farbe an sich wurde im Expressionismus zu einem wichtigen Ausdrucksmittel.

Gehen Sie in der Gestaltung Ihrer Kompositionen gerne von der Sprache aus?
Ja, tatsächlich, ich sammle Worte, stelle mir dazu innere Bilder vor und übersetze diese in Klang. Ich versuche in die Tiefe zu gehen, ohne die Leichtigkeit des Augenblicks zu verlieren.

Und wie kommt das Gefühl hinein?
Meine inneren Bilder sind in mir durch Erlebnisse entstanden. Ich könnte auf sie nicht zurückgreifen, wäre dieses Erleben nicht von starkem Gefühl begleitet gewesen. Je tiefer ich mich in innere Erlebnisbilder hinein versetze, desto vielfältiger kann ich musikalisch die jeweilige Stimmung erfassen. Das wieder Wachrufen bestimmter Gefühle verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart und führt zugleich in den Zustand der Zeitlosigkeit.

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Interview zu Der Pilger im Garten

Zuerst die Frage: wer ist der Pilger und wo ist der Garten, die sie im Titel Ihres Programms aufführen?
Der Pilger ist sozusagen ein Prototyp: jemand, der auf eine Pilgerreise geht, hat nicht selten etwas zu klären, ist vielleicht nicht mit sich im Gleichgewicht, hat ein Anliegen, das ihn beschäftigt und belastet. Ich habe mir vorgestellt: ein Pilger kommt abends in einem Kloster an, bedrängt von seinen Sorgen und erschöpft. Auf dem Weg durch den Kreuzgang und nach Durchqueren des Altarraums nähert er sich dem Garten, der in der Mitte des Klosters angelegt ist. Diese akkurate symmetrische Mitte ist Klosters ist Sinnbild für die innere Mitte des Menschen, der mit sich im im Reinen ist, zugleich Sinnbild für das Ende der Welt, an dem man damals das Paradies vermutete.
Der Klostergarten wurde in früherer Zeit als Paradiesgärtlein bezeichnet.

Der Pilger an sich ist zugleich ein Motiv, das es in früheren Zeiten gab und heute noch gibt…
Ja, es schien mir gerade angesichts des Wiederauflebens der Tradition der Pilgerwanderungen in jüngster Zeit ein sehr aktuelles Thema, aus dem auch ersichtlich wird, dass viele auf der Suche sind, um Hilfe, Versöhnung oder Einklang mit sich selbst zu finden. Da ich den Weg der eigenen Formwerdung mithilfe meiner Musik beschreite, dachte ich, die Vertonung dieses Themas könnte auch für andere Menschen eine Art musikalischer Wegbegleiter sein.

Wie kamen Sie darauf, das Projekt zuerst in Blaubeuren zu realisieren?
Ich wollte unbedingt eine sehr alte Kirche, weil sich darin sowohl Akustik als auch Atmosphäre vorfinden lassen, auf die ich mich vor Ort beziehen kann. Dies hatte ich bei Solokonzerten in sehr alten Kirchen schon häufig selbst wahrgenommen. Es musste eine Kirche sein, die frei war von lautem Geläute und permanentem Besucherstrom. Und es brauchte die Bereitschaft, sie mir zur Verfügung zu stellen. Ich hatte genau 3 Stunden für meine Aufnahme inklusive Auf- und Abbau. Und das hat zum Glück gereicht.

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Interview zu Al‘Hakawati

Als erstes stolpert man natürlich über den Titel dieses Programms.
Was soll das heißen?

Es ist mir bewusst, dass der typische Europäer sicherlich des Arabischen nicht mächtig ist und sich erst mal wundert. Nun kann man sich unter den Titeln meiner Programme ohnehin zunächst immer nicht gleich vorstellen, was sie enthalten. Das Originelle, Unvergleichbare ist ja eben auch das Besondere an meiner Arbeit. Ich fand das Wort Al‘Hakawati bei der Vorjahresrecherche über Karl May, auch er, und mehr als ich, ein Wortsammler. Mir gefiel einfach der Klang von Al‘Hakawati, aber auch die Bedeutung: „Geschichtenerzähler“, denn egal worüber ich spiele, ich bin immer dabei ein Geschichtenerzähler, erzähle mit Klängen vom Leben.

Worum geht es in Al‘Hakawati?
Ich stellte mir die Aufgabe, dass das Programm dem exotischen Wort entsprechend mit dem Orient zu tun haben müsse und suchte nach einem Thema, mit dem ich Orient und Europa verbinden könnte. Ich fand es in den hängenden Gärten von Babylon, deren genauer Standort bis heute umstritten ist, die einst zu den Weltwundern zählten und die aufgrund ihrer Großartigkeit zum Vorbild wurden auch für europäische Fürsten. Wer auf sich hielt und dazu in der Lage war, zeigte seine Macht und Größe möglichst prunkvoll.

War es nicht sehr schwierig, hierüber Informationen zusammen zu tragen?
Meine Hauptquelle war das Buch einer englischen Archäologin, deren Erkenntnisse zwar nicht vollends gesichert sind, die aber viele Mythen und Details zusammengetragen hat, aus denen ich meinen roten Faden entwickeln konnte. So ließ sich das Heimweh der Lieblingsfrau, das zum Bau der Gärten geführt haben soll, ebenso gut vertonen wie fröhliche Kurzweil, von Wassertropfenmusik über damals schon konstruierte menschliche Automaten bis hin zu mehrstimmigen Festumzügen.

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Interview zu Goethe-China

Als erstes möchte ich die Frage stellen: was hat Goethe mit China zu tun?
Nun, es gibt da so einige Querverbindungen, die findet, wer danach sucht!
Goethe las von Jugend an Laotse. Er beschäftigte sich mit chinesischen Romanen in französischer Übersetzung. Er ließ sich vom 1. Professor für Sinologie, der ein Freund von ihm war, im Schreiben chinesischer Schriftzeichen unterrichten.

Hat Goethe auch selbst Gedanken über die chinesische Kultur geäußert?
Zum Beispiel in seinem kleinen, aber feinen Gedichtzyklus „Chinesisch-deutsche Jahres- und Tageszeiten“. Er schrieb ihn, als er schon 78 Jahre alt war. Ich nehme Gedichte daraus als Mittelpunkt meines Programms.

Diese Gedichte sind nicht jedem geläufig…
Das stimmt. Sie eignen sich aber sehr gut dafür, als Ansatzpunkt das große Werk Goethe etwas handlicher zu machen, nicht zuletzt stehen sie auch in direktem Bezug zu dem schönen Thema Goethe und die Frauen…

Dieser Bezug lässt sich aus den Gedichten herleiten?
Durchaus. Wie viele andere Dichter war auch Goethe jemand, der den mehr oder weniger erfolgreichen Kontakt zum anderen Geschlecht in Reimform verarbeitet hat. Als er den Zyklus schrieb, war er gerade unglücklich verliebt.

Aber er war doch schon recht alt?

Wie man so schön sagt: Alter schützt vor Torheit nicht… Er hatte jedenfalls ganz ernste Absichten und wurde zurückgewiesen. Ich finde, man kann daran auch ablesen, wie er so gelebt hat: auch wenn er der Nachwelt über 4000 Gedichte und berühmte tiefgründige Werke hinterlassen hat, saß er nicht den ganzen Tag nur am Tisch, um zu schreiben, sondern bewegte sich gerne aus seinem Gartenhaus heraus.

Gartenhaus?

Er wohnte, als er den Zyklus schrieb, in dem Gartenhaus, das er 50 Jahre zuvor von seinem Freund, dem Kurfürsten geschenkt bekommen hatte.

Das klingt idyllisch.
War es bestimmt auch. Meine Musik lege ich darum sehr naturverbunden an und so klingen die Stücke oft wie weite Landschaften, in die man hinausschaut.

Ein entspanntes Programm?
Ich würde sagen, es ist sowohl spannend als auch unterhaltsam, ich habe es u. a. bereits dem fachmännischen Publikum einer Goethe-Gesellschaft mit großem Erfolg vorgetragen.

Wie würden Sie die Kernaussage Ihres Vortrages zusammenfassen?
In der literarisch-musikalischen Hommage würdige ich Goethes Dichtkunst als deutsches Kulturgut, das uns geprägt und deutliche Spuren hinterlassen hat, doch möchte ich darauf verzichten, ihn auf den Sockel des Übermenschen emporzuheben. Ein Mensch ist, auch wenn er höchst begabt ist, in irgendeiner Hinsicht dann doch begrenzt und darum zu wissen, entlastet den Normalsterblichen ungemein… Darum verschweige ich nicht Goethes Auftritte als Tänzer bei Hofe, der laut Augenzeugenberichten „verzweifelt von Dame zu Dame stolperte“. Dies tat allerdings seiner Freude darüber, auch in hohem Alter ein eloquenter Mittelpunkt der Damenwelt sein zu können, keinen Abbruch...
J. W. v. Goethe war jemand, der es liebte, über den Tellerrand hinaus zu sehen.
Er interessierte sich zeitlebens für fremde Kulturen.Treffsicher setzt er in dem Zyklus bei seiner meisterhaften Übertragung von gefühlten Stimmungen zu poetischen Bildern auch Worte ein, die in China eine Symbolik von spezieller Bedeutung haben, und bringt so völlig verschiedene Kulturen auf einen gemeinsamen Nenner. In seiner Weltoffenheit kann er uns bis heute Vorbild sein.

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Interview zu Flow

Im Gegensatz zu Ihren sonstigen Projekttiteln, die der vertiefenden Erklärung bedürfen, ist „flow“ ja nahezu ein Begriff aus dem Mainstream…
Ja, das schien mir am passendsten, wenn ich dafür auch den Preis bezahle, dass der Faktor des Besonderen dadurch nicht mehr direkt aus dem Titel abzulesen ist.

Folgen Sie nur im Titel oder auch musikalisch gesehen hier mehr dem Mainstream?
Flow ist ein Programm, das bewusst mehr Oberfläche und weniger Tiefe sucht, eine plakative Annäherung an das Bedürfnis der heutigen Zeit nach einer Musik als Hintergrundkulisse. Nicht leicht für einen klassischen Musiker, der gelernt hat, jeden Ton auf die Goldwaage zu legen… Aber andererseits entspreche ich hierin einer improvisierenden Arbeitsweise, die ich durchaus nicht selten anwende, wenn ich etwas Neues entdecken will: mir selbst wenig vorzuschreiben, wie man so sagt: alles kann – nichts muss.

Zeitgemäße Musik mit einem hohen Maß an spontanen Entscheidungen?
So kann man es sagen. Ich mag es nicht so sehr, mich in vorgegebene Formen zu zwängen. Der Drumcomputer gibt eine einfache wiederkehrende Form vor, ich gehe mit, setze mich aber auch darüber hinweg, installiere Gegenrhythmen und weiterführende Linien. Ich folge nur der vagen Vorstellung einer offenen Liedform mit Thema und Gegenthema.

Was meinen Sie mit „vage Vorstellung“?
Damit meine ich, dass ich mich bewusst nicht genau festlege, jeder Bestand-teil existiert in unendlichen Momentaufnahmen, die man unmöglich alle festhalten kann. Es gibt Annäherungen, doch man wird damit nicht fertig und will auch kein Ende finden. Auch die Zahl der Takte ist nicht vorgeschrieben.

Beinah schon ein Stück weit wie „freie Musik“?
Ja, mit dem Maß, was mir an persönlicher Formgebung notwendig erscheint. Ich spiele gerne Lieder, die dieser Mischform entsprechen: dass etwas festgelegt ist, aber die Offenheit für neue Wendungen aufweist und deren Flüchtigkeit riskiert und als Bereicherung miteinbezieht.

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Interview Mozart am Nil

Wieso nennen Sie dieses Programm Mozart am Nil? Mozart hat sich doch selber nie in Ägypten aufgehalten, oder?
Mozart ist viel gereist und tatsächlich: bis an den Nil ist er nie gekommen, jedenfalls nicht real, aber in Gedanken durchaus, denn der Orient war zu seiner Zeit groß in Mode und Mozart hat viele orientalische Stoffe bearbeitet, wie zum Beispiel die Entführung aus dem Serail.

Zitieren Sie daraus in Ihren Stücken?
Nein. Grundlage meiner Musik ist die Vertonung von Briefen, die Mozart auf Reisen geschrieben hat. U. a. erzählt er darin, wie er gerade „türkische Musik“ komponiert oder eine Anekdote zu einer Aufführung der Zauberflöte, die ja in Ägypten spielt.

Dann verbinden Sie in Ihren Stücken also Klassik und Orient? Wie klingt ihre orientalische Musik?
Einige meiner Lieder habe ich in orientalischem Stil geschrieben zu einer Trommelbegleitung. Die Kombination von Flöte und Trommel ist im Orient traditionell. Ich spiele zwar nicht die orientalische Form der Flöte, aber empfinde deren Klang nach. Typisch ist zum Beispiel das bewusste Abweichen aus der Intonation, aber auch viele kleine Verzierungen und Triller.

Was interessiert Sie an der orientalischen Musik?
Ich finde besonders spannend, dass es darin Takte gibt, die im westlichen Europa seit der Barockzeit völlig verdrängt wurden, wie der 5/8 Takt oder der 7/8 Takt. Die europäische Musik war so christlich geprägt, dass die 3 als heilige Zahl gegenüber 5 und 7 in Takten bevorzugt wurde. Die 4 als „unvoll-kommene 3“ wurde auch etabliert, insgesamt liebte man es gradtaktiger.

Was gefällt Ihnen am Thema Mozart?
W. A. Mozart verbreitet auch in seinen Briefen Heiterkeit und Leichtigkeit. Wer seine Briefe liest, kann sich sehr gut den Menschen dazu vorstellen. Es sitzt ihm oft der Schalk im Nacken und er schreibt so lebendig, dass sich das, was er erlebt, wie von selbst vor dem inneren Auge abbildet.

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Interview Es singt dir mein Herz 

Dies ist Ihr erstes selbst geschriebenes Programm… Was hat Sie veranlasst, mit dem Komponieren zu beginnen?
Zu Komponieren hatte ich schon als Kind versucht, in mir ist ein starker Motor, kreativ zu sein, der wollte sich immer auch musikalisch zeigen. Doch es blieb lange nur bei einzelnen Projekten, mehr so am Rand. Im Lauf der Jahre wuchs in mir die Sehnsucht, eine umfassende künstlerische Form zu finden, die mir entspricht und bestand hat und gleichzeitig meine Weiterentwicklung unterstützt. Ich hatte das Gefühl, das selbstgeschriebene Konzertprogramm ist genau so eine Form, auf die sich aufbauen lässt. Begonnen habe ich mit den Psalmenvertonungen für Es singt dir mein Herz, weil die schon lange in mir sozusagen geruht hatten. Das hat dazu geführt, dass ich das gesamte Programm innerhalb von 14 Tagen fertig hatte.

Ist das ungewöhnlich schnell?
Das Schreiben von Musik geht bei mir eigentlich immer so schnell, weil ich erst anfange zu schreiben, wenn ich schon eine ziemlich genaue Idee habe, worum es mir geht. Was länger dauert, ist, in der Vorlaufzeit diese Idee zu entwickeln. Das, was ich sagen will, muss sich in mir vor-bilden. Dies ge-schieht in der Regel langsam durch umfangreiches Lesen und Recherchieren.

Warum setzen Sie bei Ihren Psalmenvertonungen verschiedene Flöten ein?
Jedem der mir zur Verfügung stehenden Klänge ordne ich ein bestimmtes Gefühl zu. Auch wenn ich wirklich viele Klangfarben auf der Querflöte hervorrufen kann, so dass ich oft die Rückmeldung bekomme, „wir wussten gar nicht, dass diese Bandbreite auf einem einzigen Instrument möglich ist“, finde ich es doch sehr bereichernd, auch Holzklang mit ein zu beziehen, wie die Helligkeit der Sopranflöte, die Wärme der Bambusflöte... In „Es singt dir mein Herz“ zeige ich außerdem eine selbst gebaute kleine Flöte aus Schwanenknochen. Sie entstand unter Anleitung eines Archäologen mit originalen Steinzeitwerkzeugen.

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Interview zu Gullivers Reisen

Gullivers Reisen – kehren Sie mit diesem Programm zurück zu einem Lieblingsbuch Ihrer Kindheit?
Nein. Natürlich habe ich das Buch als Kind gekannt. Aber Jonathan Swifts Roman ist eine gesellschaftspolitische Satire, in der es um Hierarchien und Missstände seiner Zeit geht, ein Buch für Erwachsene, das sozusagen fälschlicherweise als Kinderbuch berühmt geworden ist.

Wie sind Sie auf das Thema gekommen?

Während der Recherche zum Vorjahresthema habe ich mich viel mit historischen Reiseberichten beschäftigt, dabei stieß ich auf eine Landkarte, in die der Ort Liliput in der Südsee eingetragen war, als ob es ihn wirklich geben würde. Das war mein Aufhänger.

Spielt dann die Südsee eine Rolle in Ihrem Programm?
Nur zu Beginn werfe ich einen kurzen Blick auf die Südsee als Bestandteil deutscher Kolonialgeschichte. Swift war kein Freund der Kolonialisierungs-praxis seiner Zeit und nimmt dazu auch Stellung in seinem Buch „Gullivers Reisen“. Im Hauptteil des Programms verwende ich musikalische Stilmittel entsprechend Jonathan Swifts Lebenszeit und verbinde sie mit der populären Rhythmik unserer Zeit.

Welchen Inhalten wollen Sie an erster Stelle Gestalt geben?
In Büchern über die Kolonialisierung der Südsee las ich häufig über den missionarischen Begriff des „Lichtbringens“. Dieser schien mir so essentiell, dass ich ihn zunächst genauer untersucht und dann mit seinem Gegenspieler Schatten in den Mittelpunkt gerückt habe.

In Ihrem Programm Gullivers Reisen geht es also um Licht und Schatten?
Mit diesen Begriffen gehe ich spielerisch um. Jonathan Swift ließ seinen Helden Lemuel Gulliver seinerzeit 4 Reisen unternehmen, im 20. Jahrhundert wurde von einem russischen Autor eine sehr lesenswerte 5. Reise hinzu gefügt. Mein Programm Gullivers Reisen ergänzt das Vorhandene um eine selbst erfundene bewusst ein wenig skurril angelegte „6. Reise durch die Welt der Schatten“. Die Musik ist für Klavier, Blockflöte und Querflöte.

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Der Löwe ist los

Interview mit Frank Hörter (Stellvertretender Bürgermeister, Pfinztal), Juni 2018 anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Der Löwe ist los“ im Bürgerhaus Söllingen

Frank Hörter: Frau Beddig, ich kannte Sie bislang nur als Musikerin und wusste gar nicht, dass Sie sich auch mit Malerei beschäftigen.

Kathrin Beddig: Das stimmt, Musik habe ich studiert, doch wenn ich so zurückblicke, würde ich sagen, ich habe eigentlich mit der Sprache begonnen: Mein Interesse an sprachlichem Ausdruck habe ich dann auf die Musik übertragen, die ja auch, wie man so sagt, eine Sprache ist. Von klein auf hatte ich auch Interesse am Malen, doch habe ich erst in der letzten Zeit dieses Interesse am Malen Projekt begleitend vertieft. Ich fand zunehmend, dass das Schreiben von Musik davon profitiert, wenn das jeweilige Thema für mich sichtbar im Raum steht. Musik ist an sich so flüchtig, Bilder „bleiben“.

Frank Hörter: Wie kommen Sie auf Ihre künstlerischen Themen?

Kathrin Beddig: Ich entwickle seit 10 Jahren jedes Jahr mindestens ein neues Programm. Das Folgende entsteht immer aus dem Vorangehenden. Im Lauf einer aktuellen Vorbereitung begegnet mir etwas „am Rande“, das soviel Substanz hat, dass es zu einem neuen Anfang werden kann. Das merke ich mir dann und greife es auf, wenn das alte Projekt abgeschlossen ist.

Frank Hörter: Klingt dann Ihre Musik so wie Ihre Bilder aussehen?

Kathrin Beddig: Ja und Nein: alles was ich bildlich entwerfe, entspricht immer meinem musikalischen Konzept, mit dem ich persönliche Erfahrungen, oder auch auch allgemein: Mensch-Sein, in Klang-Farben übertrage. Am besten eignet sich dafür beim Malen eigentlich die abstrakte Malweise. Doch seit 3 Jahren bin ich dabei, den puren Gefühls-Ausdruck der Farbe mit konkreten malerischen Themen zu kombinieren. Die Bilder sind nur Begleitung und zeigen einen Ausschnitt von dem, was in der Musik eine Rolle spielt. Vielleicht könnte man stattdessen auch sagen, die Bilder zeigen die Essenz der Musik des jeweiligen Programms, also das, worauf es mir in der Musik ankommt.

Frank Hörter: Dann stehen die hier ausgestellten Löwen also für verschiedene Gefühle?

Kathrin Beddig: Ganz genau, ich nenne sie „Charaktere“.

Frank Hörter: Sie haben im Bürgerhaus schon einige Veranstaltungen durchgeführt…
Kathrin Beddig: Das stimmt, als ich die Bilder aufgehängt habe, hatte ich ein bisschen das Gefühl, hier zu Hause zu sein. Die Räume sind mir so vertraut. In den nächsten Wochen finden ein paar Führungen statt für Kindergärten der Region, so wie vor 2 Jahren mit meiner damaligen Ausstellung „Monster“.

Frank Hörter: Wie ist generell die Resonanz auf Ihr Angebot?

Kathrin Beddig: Ich finde, ganz gut. Bisher haben sich schon 3 Gruppen aus Berghausen angemeldet. Es muss halt auch immer in deren interne Planungen passen. Dieses Jahr liegt die Ausstellung relativ dicht an den Sommerferien. Die Zahl der freien Termine ist nicht groß. Es freut mich sehr, dass es trotz geringem zeitlichem Spielraum möglich war, einige Verabredungen zu treffen, um von Herzen etwas an andere weiter zu geben.

Frank Hörter: So wie Sie es sicher auch in Ihrer Musikschule tun...

Kathrin Beddig: Vor 17 Jahren habe ich die Musikschule Flötenfloh in Kleinsteinbach gegründet und als „Der Flötenfloh“ ist sie zu einem geläufigen Begriff geworden.

Frank Hörter: Wie lange wohnen Sie schon im Pfinztal?

Kathrin Beddig: Das sind gut 20 Jahre.

Frank Hörter: Werden wir zur Ausstellungseröffnung auch einen Ausschnitt aus Ihrem neuen Programm hören?

Kathrin Beddig
: Ja, ich möchte ein Stück spielen, mit einem Mitspieler, der spontan die Trommelbegleitung übernimmt. Würden Sie das machen?

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Interview mit Michael Wielath (Radio Horeb), Dezember 2017, anlässlich der Vorstellung der CD „Der Pilger im Garten“

Michael Wielath: Frau Beddig, wir senden im Programm später einige Ausschnitte aus Ihrer CD „Der Pilger im Garten“ und es interessiert unsere Hörer sicherlich, von Ihnen zu erfahren, wie diese CD entstanden ist. Zunächst möchte ich Sie unseren Hörern erst einmal vorstellen. Sie treten unter dem Künstlernamen Momoreska auf. Hat dieser Name eine Bedeutung, was bedeutet er?

Kathrin Beddig: Mein Künstlername Momoreska setzt sich auf mehreren Worten zusammen, die mich widerspiegeln und das, was ich mit meiner Musik sagen will: Moreska ist ein Tanz, aber auch die Bezeichnung eines orientalischen Musters. Das darin enthaltene Wort Mores bedeutet Sitten, Anstand. Ich will damit sagen, dass ich meine Töne nicht beliebig herunterspiele, sondern mit meiner Musik Stellung nehme und etwas aussage, nach dem Vorbild der historischen Musikwissenschaften, die schon vor Hunderten von Jahren den Zusammenhang zwischen musikalischen Motiven und Gefühlen erforscht hat. Daraus habe ich ein musikalisches Konzept entwickelt, das Spielmuster von heute und gestern und von verschiedenen Kulturen kombiniert und in dem jede Klangfarbe eine bestimmte Bedeutung hat. Diese persönliche Verbindung mit meiner Musik habe ich in meinem Künstlernamen Momoreska zusammen gefasst.

Michael Wielath: Sie sind Flötistin und treten meistens solistisch auf. Wie sind Sie auf das Instrument Querflöte gekommen? Man hört es gar nicht so oft.

Kathrin Beddig: Das war Zufall. Ich hatte eine Freundin, die auch in der Musikschule anfangen wollte. Wir schwankten zwischen Geige und Querflöte und haben uns dann beide für Querflöte entschieden. Davor hatte ich schon mit einer anderen Freundin Blockflötenunterricht genommen und mit Klavierunterricht begonnen.
Michael Wielath: Unterstützte Ihre Familie Sie darin, Musikerin zu werden?
Kathrin Beddig: In der Familie haben wir immer viel Musik zusammen gemacht. Meine Brüder spielten Blockflöte, Geige und Klarinette, meine Mutter begleitete uns am Klavier und mein Vater und meine Großeltern waren das Publikum, das zugehört und manchmal auch mitgesungen hat.

Michael Wielath: Und wann fassten Sie den Entschluss, Querflöte zu studieren?

Kathrin Beddig: Mit 14 Jahren. Ich machte eine Aufnahmeprüfung und bekam ein Stipendium für die vorberufliche Förderung. Von da an hatte ich neben der Schule jeden Tag an der Musikschule Unterricht in fünf Fächern und lernte dabei schon sehr viel von dem, was ich für das darauffolgende Musikstudium brauchte.

Michael Wielath
: Zurück zu Ihrer CD „Der Pilger im Garten“: die Stücke darauf sind alle als Improvisationen entstanden. Wie haben Sie sich auf die Aufnahme vorbereitet?

Kathrin Beddig: Am Anfang stand der Plan, in einem Raum zu spielen, dessen Ausstrahlung mich inspiriert und dessen gute Akustik sich wie ein Mitspieler verhält, auf den ich reagieren kann. In sehr alten Kirchen im Rheinland, Norddeutschland und Bayern hatte eine solche besondere Akustik bei meinen Konzerten erlebt. Es war gar nicht einfach, in meiner Region eine geeignete Räumlichkeit zu finden. Schließlich fand ich ihn im Kloster Blaubeuren. In solchen Räumen zu spielen, verstehe ich auch als Annäherung an und Würdigung der Generationen, die diese Räume einst geschaffen haben.

Michael Wielath: Wie sind Sie dann weiter vorgegangen, nachdem der Raum feststand?

Kathrin Beddig: Ich bin mit meinen Flöten einmal hingefahren und habe den Raumklang ausprobiert. Im Kreuzgang zu spielen war anders als im Chorraum. Dann gab es da noch einen kleinen sehr hohen Vorraum und einen Raum mit Ausblick auf den Klostergarten. In diesem Raum befand sich unter einem Eisengitter ein Zugang zu einer Quelle. Das leise Rauschen des Wasser empfand ich als stärkend und es zog mich hier zu meiner größten Flöte, der Altquerflöte, sie ist sehr kraftvoll. Ich legte zunächst nur fest, welche Flöte ich in welchem Raum verwenden wollte.

Michael Wielath: Und dann?

Kathrin Beddig: Ich fuhr erstmal wieder nach Hause und googelte nach einem dort ansässigen Tontechniker, fuhr wieder hin und spielte die Musik ein. Das Ergebnis der Aufnahmen war in Blaubeuren völlig offen, aber nicht völlig planlos. Ich hatte schon einen Plan.

Michael Wielath: Den Plan, dem Raumklang zu folgen?

Kathrin Beddig: Man könnte es so sagen. Ich wollte ins Gespräch kommen mit den Räumen und mit mir selbst und so wie man gewöhnlicherweise in gemeinsamen Gesprächen nicht alle Worte vorher festlegt, die man sprechen wird, sondern vorher nur der Anlass oder das Anliegen des Gesprächs feststeht, war es auch hier: ich hatte meine Flöten zum Ausdruck meiner (inneren) Stimme dabei und wollte mit ihnen eine Geschichte erzählen.

Michael Wielath: Was war das für eine Geschichte?

Kathrin Beddig: Ich stellte mir vor, ich wäre ein sozusagen zeitloser Wanderer, der erschöpft und mit schwerem seelischem Gepäck im Kloster ankommt und hofft, sich dort ausruhen zu können. Während er von Raum zu Raum geht, wird ihm immer freier ums Herz. Die Musik macht sein lautloses Gebet nach außen hörbar und zeichnet den Weg nach von großer Not zu großer Freude. Der Ausdruck der Musik wandelt sich entsprechend von Raum zu Raum. Seit einigen Jahren ist ja ein Wiederaufleben der Tradition des Pilgerns zu beobachten. Dies war für mich durchaus auch ein Anlass, dieses CD-Projekt zu verwirklichen. Das Pilgern ist eine gute alte Tradition, die heutzutage an Aktualität dazu gewonnen hat. Ich versuche sowohl in meinen Themen als auch in deren Gestaltung immer, Verbindungen herzustellen zwischen den Lebenswelten von gestern und heute.

Michael Wielath: Im Vergleich sind Sie an diese Produktion eigentlich ganz anders heran gegangen als an Ihre vorangehende CD „Es singt dir mein Herz“?

Kathrin Beddig: Ja, in Bezug auf den Ablauf der Entstehung. Die Musik zu „Es singt dir mein Herz“ hatte schon lange in mir auf ihren musikalischen Ausdruck gewartet. Die Musik schrieb ich spontan auf und spielte sie dann ein. Im „Pilger im Garten“ ging ich andersherum vor: Ich spielte sie zuerst spontan ein und schrieb sie hinterher auf. Ich hätte sie vorher nicht aufschreiben können, weil meine Räume zu Hause eine ganz andere Akustik und Ausstrahlung haben und diese beide Komponenten den Stücken ihre entscheidende Form geben. Und für länger andauerndes musikalisches Ausprobieren und Üben, das für ein vorhergehendes Aufschreiben zeitlich gereicht hätte, stand das Kloster Blaubeuren natürlich auch nicht zur Verfügung.

Michael Wielath: Welche Flöten spielen Sie auf der Aufnahme?

Kathrin Beddig: Ausschließlich verschiedene Querflöten: neben der normalen Querflöte, die Altquerflöte, die Traversflöte und die indische Bambusflöte.

Michael Wielath: Dadurch, dass Sie die Musik nachträglich aufgeschrieben haben, können Sie sie nun auch an anderen Orten aufführen…

Kathrin Beddig: Ja, das habe ich auch schon gemacht. Ich finde,es ist ein gutes Programm für Räume, die für das Gebet geschaffen wurden. Mein Ziel mit dieser CD ist, dem Weg zur inneren Mitte, den zu gehen für jeden einzelnen von Nutzen sein kann, damit meine ich auch den Weg von innerer Zerrissenheit zu Gelassenheit und, im weitesten Sinne, zu Gott-Vertrauen, eine musikalische Gestalt zu geben, die persönlich geprägt und zugleich allgemein gültig ist.

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Pressetexte

Pressetext: Lichtspieler

Kathrin Beddig ordnet ihre Kompositionen für Block- und Querflöten über vierzehn bekannte Weihnachtslieder verschiedenen weihnachtlichen Stimmungen zu. Im Wechsel zur Musik liest sie aus dem Lukasevangelium Kapitel 2 die Verse 1 – 14 und ihren daraus abgeleiteten Text „Lichtspieler“. Die Weihnachtsgeschichte deutet sie darin als Traumbild für die innere Herbergssuche. Zwischen den sehr freien Weihnachtslied-Bearbeitungen lädt sie zum Mitsingen der Melodien ein, ein Programm zum Zuhören und Mitmachen, das auch zum Nachdenken anregt.

Pressetext: Femme Fleur

Anfang des 20. Jahrhunderts war dies ein beliebtes Bildmotiv: eine in weite Gewänder gehüllte Frau, neben der eine Schwertlilie wächst, eine Femme Fleur. Die Künstler und Kostümbildner dieser Zeit verknüpften orientalische Mode, antike Ornamente und die geheime Sprache der Blumen: das kulturgeschichtliche Spektrum der Iris steht in der Musik für Flöten und Cajon im Mittelpunkt dieses Programms.

Pressetext: "Duelle"

Die Komponistin Kathrin Beddig zeigt in diesem Programm 12 musikalische "Duelle": da tritt der Beat an gegen den Offbeat, zwei Halbe treffen drei Viertel, die kleine Flöte fordert die große Flöte zum Battle heraus. In einem Stilmix von Renaissancemusik bis Hiphop, Klassik und World beschreibt sie die Unbesiegbaren und die Zornigen, das Duell im Spagat zwischen Kampfkunst und Prügelei und den Gegenweg der Gewaltlosigkeit. "Duelle" hat es auch in der Musik schon immer gegeben, denn das Wort Konzert leitet sich von con-certare ab. Certare bedeutet: kämpfen, wetteifern, con-certare: sich abstimmen. Begleitet wird die Musik von ausgewählten Passagen aus Heldenromanen, Historisches über die Praxis des Duellierens und Zitaten aus Diogenes' Utopie einer friedlichen Gesellschaft.

Pressetext: Fantasie und Feder

Dramatische Ereignisse in Karl Mays eigener Biographie und seine Gedanken über die Faszination der Freiheit verarbeitet Kathrin Beddig zu Musik für Querflöte, Blockflöte und Klavier. Auf den Spuren Karl Mays möchte sie ihre Hörer, so wie Karl May seinerzeit seine Leser „vom Alltag in die Sonntagswelt versetzen und sie von äußerem Druck befreien.“
Von der Karl-May-Gesellschaft werden für das Publikum diverse Leseproben seiner Romane kostenlos zur Verfügung gestellt.

Pressetext: Wellen(k)länge

„Wellen(k)länge“ entstand anlässlich eines Konzerts zum Muttertag in der Therme Vierordtbad Karlsruhe. Die Rotunde, ein Raum mit außerordentlichen akustischen Eigenschaften macht den Raum zum Mitspieler. Alle Stücke dieses Programms werden auf der Alt-Querflöte gespielt, begleitet von lang klingenden wellenförmig ausschwingenden Metallröhren. Obwohl die Altquerflöte nur vier Töne tiefer liegt als die Querflöte, hat ihr Klang eine ganz eigenständige Klangfarbe und zeigt einen nahezu mystischen Charakter.

Pressetext: Sternenwege

Fünf emotionale Standorte werden auf der konzertanten Reise Sternenwege aus der Nähe betrachtet. Hierfür versetzt Kathrin Beddig mit ihren Kompositionen für Querflöte, Blockflöten und Bansuri die antike Tradition des Maskenspiels in die heutige Zeit. Anstelle des in der Vorstellung verbleibenden Mimen beantwortet sie selbst mit ausgesuchten Klang-Farben die Fragen nach dem Woher und Wohin, nach dem Wie und Warum. Die Musik bietet reiche Abwechslung von Folklore und orientalischen Klängen über Blues und asiatische Traditionen bis hin zu Mozart und Debussy.

Pressetext: Lauschende Bäume

Die griechische Mythologie widmet dem vielgestaltigen Baum und seinen Produkten große Beachtung und bietet eine wahre Fundgrube an drama-tischen Kurzgeschichten. „Baum stark“ bringt die Flötistin Kathrin Beddig gerade Bordune, schräge Walzer, rockige Grooves und sowohl unterhaltsame als auch witzige Lieder mit Querflöte, Blockflöten und Bansuri zum Klingen.

Pressetext: Die Farbe Blau

Wie klingt die Farbe Blau?
Und warum entschied sich der romantische Dichter Eduard Mörike bei der Beschreibung des Frühlings für die Farbe Blau und nicht für die Farbe Grün?
Die Musikerin Kathrin Beddig stellt die Klangfarbe Blau mit allen ihren Schattierungen dar. Sie zitiert aus beliebten Frühlings-Liedern und spielt klassisch, groovig, tänzerisch, frei, wild und gekonnt schräg auf Block- und Querflöten über das blaue Band des Frühlings und das Blau in Bildern von Künstlern der Gruppe Blauer Reiter mit blauen Seen, blauen Pferden und blauen Göttern.

Pressetext: Der Pilger im Garten

Zur Entwicklung des Programms Der Pilger im Garten fuhr Kathrin Beddig mit vier Querflöten im Gepäck ins Kloster Blaubeuren und spielte, beeindruckt von Raumklang und Atmosphäre, in vier verschiedenen Räumen Lieder aus dem Moment heraus, die von einem Tontechniker aufgenommen wurden. Auf dem Weg vom Kreuzgang über Vorraum und Chorraum kam sie letztlich in einen Raum, in dem das leise Rauschen einer unterirdischen Wasserquelle eine „tiefgründige“ Begleitung zu ihren Liedern beisteuerte. In ihren nachträglich notierten und dadurch reproduzierbaren Musikstücken beschreibt sie das zunächst noch ungleichgewichtige Ankommen am Ziel einer Pilgerreise, das Loslassen innerer Lasten und das Schöpfen neuer Kraft.

Pressetext: Al‘Hakawati (Geschichtenerzähler)

Im Zentrum dieses Programms steht der Mythos der sagenhaften „hängenden Gärten“ von Babylon, die, wie manche Forscher glauben, gar nicht in Babylon, sondern in Ninive erbaut wurden. Die hängenden Gärten galten jahrhundertelang als „Weltwunder“ und dienten zeitgenössischen orientalischen Fürsten, aber über tausend Jahren später auch in Europa u. a. Ludwig XIV, Heinrich VIII und Friedrich V als großes Vorbild für die Errichtung von Palästen mit eindrucksvollen Außenanlagen. Die Komponistin Kathrin Beddig übersetzt Formen und Elemente des Gartens in ein- und mehrstimmige Musik für Flöten, Trommeln und Klavier und findet außerdem spielerischen Ausdruck für das berechtigte Bedürfnis eines Monarchen nach Zerstreuung und Erholung von der schweren Last des Regierens.

Pressetext: Flow

Flow ist, wie der Name schon sagt, ein Programm, dessen Form so wandelbar ist wie etwas, das laufend „im Fluss ist“. Es geht von zeitgenössischen groovigen Patterns aus, die sich als Loop fortsetzen, bereits in der Klassik gab es diese Form der rhythmisch-harmonischen Begleitung als Ostinato. Über diesem gegebenen Hintergrund schwingt sich die Querflöte auf in großen Bögen. Die Ideen zu den Stücken sind notiert, die lebendige Gestaltung der Oberstimme kann möglicherweise immer wieder ganz anders sein, wie es dem Moment entspricht…

Pressetext: Mozart am Nil

W. A. Mozart war nicht nur als Komponist fantasievoll und unterhaltsam.
Seinen Lieben daheim berichtet er anschaulich von seinen Reisen, von besonderen Erlebnissen in Alltag und Freizeit und nicht zuletzt darüber, was er selbst unter türkischer Musik verstand. Kathrin Beddig stellt sich selbst in den Dienst seiner Worte und lässt sie in abwechslungsreichen Kompositionen nachklingen, vom arabischen Walzer bis zur ägyptischen Liedvariation, für Querflöte, mit und ohne Trommel-Begleitung. In Zeiten des Internet erinnert das Programm an die inzwischen weitestgehend untergegangene Kultur des Briefe-Schreibens.

Pressetext: Es singt dir mein Herz

Flöten gehören zu den ältesten Instrumenten der Menschheit. Durch Höhlenfunde ist bekannt, dass es sie schon in der Steinzeit gab. Demgegenüber stellt die Komponistin Kathrin Beddig Abschnitte aus den ältesten überlieferten Texten: den Psalmen. Die ausgewählten Sätze spiegeln nicht nur archaische, sondern auch gegenwärtige Lebenserfahrung wider. Die Musik für Querflöte, Blockflöte und Kanjira bedient sich nicht nur klassischer Stilmittel, sondern führt hin bis zu den abstrakten Randgebieten modernster Spieltechnik. „Populäre Musik“ (tonkünstlerforum) „Klänge des Lichts, der Klarheit und der Tiefe“ (Naumburger Zeitung)

Pressetext: Gullivers Reisen (die 6. Reise)

Ausgangspunkt für das Programm war eine alte Landkarte, auf der die Insel Liliput als reale Landschaft mitten in der Südsee eingetragen war. In der Flut der Reisebeschreibungen des 18. Jahrhunderts verschwammen die Unterschiede zwischen dem, was fantastisch und was wirklich ist. Tatsächlich wurden in dieser Zeit viele neue Welten entdeckt. Alles schien möglich. In Fortführung dieses Gedanken handelt die Musik für Querflöte, Klavier und Cajon von einer fiktiven 6. Reise des Lemuel Gulliver: einer Reise in die Welt der Schatten, ausgehend von der „Südseeinsel“ Liliput mit open end.

Pressetext: Goethe – China

Die Musikerin Kathrin Beddig nahm Goethes Gedichtzyklus "Chinesisch-deutsche Jahres- und Tageszeiten" zum Anlass, um ein Programm zu dem großen deutschen Dichter zu schreiben.
Wie die traditionelle chinesische Landschaftsmalerei auch Träger chinesischer Lebensphilosophie ist, so weisen Goethes Verse über "bunt geblümte Wiesen" und "der Weiden Haargezweige" weit über die rein poetische Darstellung der Umgebung hinaus. Nicht zuletzt wird in ihnen auch deutlich, wie er selbst gelebt und geliebt hat. Kathrin Beddig stellt die Entstehungsgeschichte des Zyklus und Gedichte daraus vor. Ihre Kompositionen für (Alt-)Querflöte, Altflöte und pentatonische Flöte greifen sowohl auf klassisch-romantische Spielweisen als auch chinesische Mythen und Lieder zurück. Wie Goethe in der Lyrik ließ sie sich in der Musik von chinesisch-deutschen Traditionen inspirieren.

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Pressetext: Künstlerin Kathrin Beddig

Die als « Karlsruher Zauberflöte » bekannte Musikerin Kathrin Beddig (Momoreska) ist eine Charakterdarstellerin auf der Flöte.
Ob klassische Werke oder ihre eigenen Kompositionen, in denen sie irische, spanische, griechische, indische und gregorianische Einflüsse verarbeitet, die klassische Flötistin spielt kraftvoll und zentriert, mit einem faszinierenden Spektrum an außergewöhnlichen Klangfarben.

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Rezension: Momoreska - Fantasie und Feder (CD zum Kleinkunstprogramm)
(Meldung vom 22. August 2017)

CD_Momoreskavon Hartmut Wörner

Eine erstaunlich umfang- und facettenreiche Reihe von Kulturereignissen des Jahres 2017 belegt die nach wie vor lebendige Ausstrahlung des ‚Phänomens Karl May‘. So war die Tragik seines Alters Gegenstand eines erfolgreichen Theaterstücks, der ‚Winnetou‘-Mythos wurde von jungen Medienkünstlern in 3-D-Projektionen umgesetzt und das wechselhafte und abenteuerliche Leben Mays inspiriert einen bundesweit bekannten Schauspieler zu einer Lesung. In diese Reihe gehört auch das, vor allem von Mays Amerika-Romanen geprägte musikalische Kleinkunstprogramm der Karlsruher Musikerin, Komponistin und Musikpädagogin Kathrin Beddig alias Momoreska, das auch als ‚musikalisches Hörbuch‘ auf CD erschienen ist.

Im Begleittext zur CD schreibt Momoreska, dass sie über die Beschäftigung mit dem Thema ‚Utopie‘ zufällig auf Karl May gestoßen ist. Karl May wird von der Künstlerin als utopischer Weltanschauungsschriftsteller begriffen. So ergründen die sechzehn thematischen Musikstücke von ‚Fantasie und Feder‘ den bunten Abenteuerkosmos Mays als Ausdruck einer Vision von der Gleichheit und Würde aller Menschen, die sich in seiner Schilderung der Indianer ausdrückt (z.B. im Titel ‚Ist ein Indianer ein Mensch?‘). Kathrin Beddig greift auch zentrale Aspekte der u.a. in ‚Mein Leben und Streben‘ und in ‚Empor ins Reich der Edelmenschen‘ dargestellten ‚literarischen Mission‘ Mays auf: seinen Anspruch ein geistiger Aviatiker zu sein (‚Nicht Rad, nicht Automobil‘) und seinen Lesern in der Form von Märchen Orientierung und Lebenshilfe zu bieten. Beddigs musikalisch ausgeführter These, dass es ohne Utopie nur ‚rasenden Stillstand‘ geben kann, hätte Karl May zweifellos zugestimmt. Auch das Rollenspiel des Bestsellerautors mit einem, so die Irokesen, ‚Falschgesicht‘ wird in dem Stück ‚Die Narben des Old Shatterhand‘ aufgegriffen.

Momoreska, die auch als ‚Karlsruher Zauberflöte‘ bekannt ist, hat Karl Mays humanitäre Botschaft nicht nur verstanden, sondern diese in expressive ‚musikalische Kulturlandschaften‘ umgesetzt. Die mit verschiedenen Flöten und teilweise auch mit Klavier sowie Bassbox musizierten Stücke klingen immer melodiös und harmonisch. Beschwingtheit wechselt sich mit Kontemplation ab. Fast durchgehend gelingt in den, teilweise durch kurze Wortbeiträge eingeleiteten, Stücken eine überzeugende musikalische Umsetzung des gegebenen Themas, besonders eindrucksvoll in den auf verschiedene Landschaften (Schlucht, Wüste, Wald) bezogenen Stücken. Eindrücklich demonstriert Kathrin Beddig, die in eigenständiger Weise orientalische und indianische Motive aufgreift, ihr Können auch in mehrstimmigen Stücken der CD wie ‚Stompground‘ und ‚Die Irokesen lachen‘.

Der Erwerb der CD (15 Euro) kann jedem Freund des Weltanschauungschriftstellers May, der auch niveauvolle Musik schätzt, empfohlen werden. Webseite: www.momore.de; E-Mail: info@momoreska.de.

Das durch die Kritik hoch gelobte Programm ‚Fantasie und Feder‘ ist auch live zu sehen und zu hören. So am 9.9.2017 in Bad Urach/Baden-Württemberg. Ein Auftritt von Momoreska kann über die Kontaktadresse der Künstlerin gebucht werden.

http://www.karl-may-gesellschaft.de/

https://de-de.facebook.com/Karl.May.Gesellschaft

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Feedback

„Kathrin Beddig ist eine außergewöhnliche Flötistin mit langem Atem.
Ihre Tongebung ist reich an Klangfarben, sehr geschmeidig und vital.
Sie gestaltet Musik – sowohl bei Kompositionen wie auch dann, wenn sie improvisiert –
mit einer enorm breiten Dynamik von ganz leise bis zu einem starken fortissimo.
Die Musik lebt und schwingt, wenn sie spielt!“
Barbara Heller, Komponistin

„Luftig verspielt – beeindruckend – sphärischer Klangteppich – hohes technisches Niveau – musikalische Sensibilität – das Spiel der Flöte verleiht Trauer, Schmerz, Freude, Liebe, Ergriffenheit und Lebenswillen tonale Gestalt“

„Die Stärken Kathrin Beddigs: Ausleuchten der Tonfarben, das energische, zielstrebige Vorwärtstreiben, die Fähigkeit, große Spannungsbögen über die musikalischen Entwicklungen zu legen – interpretatorische Feinheiten - kunstvolle Atmung und ein Schuss Humor“

„Die singende Flöte wurde zur entspannt phantasierenden Meditation“

„Poetisch philosophische Bilder– Ohren stimulierende Genüsse – wie Nebel aufsteigender magischer Zauber…“

„Unerhört! Und genau das ist sie, die mutige CD der Flötistin Kathrin Beddig“ Patrick Tröster, Tonkünstlerverband

„Mit diesen Improvisationen der Klänge des Lichts, der Klarheit und Tiefe … bewies Beddig, dass sie nicht nur eine gewandte Instrumentalistin und Atemtechnikerin ist, sondern darüber hinaus eine Charakterdarstellerin auf der Flöte.“ Schaumburger Zeitung am 25.6.2009

„Die Flötistin Kathrin Beddig orientiert sich sehr stark am Crossover und an Weltmusik.
Das macht das Populäre dieser Musik aus.“
Tonkünstlerforum, Dezember 2008

„Kathrin Beddig ist eine außergewöhnliche Flötistin“ Barbara Heller (Komponistin)

„Kathrin Beddig und der wohltuende Klang ihrer Flöte …“ Haus Conrath

„Die Anmut von Momoreskas Musik ist eine sehr schöne und seltene Klangfarbe in der heutigen Kulturlandschaft“ Hans Torwesten, Chiemgau (Maler)

„Das war ganz zauberhaft“ St. Aposteln Köln (Hörerin)

„Wunderbar authentisch“ Piccolino Bonn (Veranstalter)

„Ich habe mit Freude Ihre CD’s gehört. Sie stellen sich Ihren Gefühlen und sprechen dadurch die Gefühle anderer Menschen an. Ohne kitschiges Beiwerk, sehr klar, sehr eindringlich und einfühlsam. Ich wünsche mir, dass viele Menschen daran teilhaben können.“ Udo Baer (Psychotherapeuth)

„Den musikalischen Rahmen übernimmt die Querflötistin Kathrin Beddig, die nicht nur sehr überzeugend und erstklassig spielt, sondern auch mit ihrer Musik zu begeistern versteht“
O. Koch, Künstlernetzwerk SW

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