Der Löwe ist los (2017/2018)
Begleitbilder zu dem Konzertprogramm Al`Hakawati


Einführung I Presse


Der Löwe ist los – Informationen über die Ausstellung

Die Bilder dieser Ausstellung entstanden 2017/2018 zu dem Konzert-programm „Al‘Hakawati“ (Premiere am 10. März, 18 Uhr, Aula der Grundschule Kleinsteinbach). Darin geht es um den Einfluss orientalischer Kultur auf europäische Fürstenhöfe im Zeitalter des Absolutismus.

In einer Landschaft, die vor allem von Wüsten geprägt ist, entstanden bereits zu der Zeit, als sich diese Region noch „Mesopotamien“ nannte, berühmte Gartenanlagen, von denen jüngst Überreste von in Stein gehauenen Abbildungen gefunden wurden. Motive aus diesen ebenso einfach wie anschaulich gehaltenen Vor-Bildern habe ich heraus genommen, vergrößert, und freihändig in eigener Farbgebung auf Leinwand übertragen.

Der Löwe wurde im Orient häufig als Skulptur dargestellt, wobei die Formenvielfalt auch geflügelte Löwen und Löwen mit Schlangenschwänzen umfasst und damit eine Bandbreite von Mythologie über Astrologie bis zur Heraldik abdeckt. Das Motiv Löwe habe ich freihändig mit verschiedensten Techniken gestaltet (Rubbelkrepp, Acryl, Linoldruck).

Aus religiösen Gründen wurden im Orient Schriftzeichen, die zu Bildern geformt waren, tatsächlichen Bildern vorgezogen. Dies diente mir als Anregung, einen ausgesuchten einzelnen Buchstaben als Bild-Charakter darzustellen. Nach Festlegung des Umrisses habe ich den Ausdruck der Form durch den abwechslungsreichen Einsatz zusätzlicher Materialien variiert.

Im Zeitalter des Absolutismus (Barock) fanden u. a. auch Komponisten und Schriftsteller Gefallen daran, Anagramme zu erfinden, d. h. sich aus den Buchstaben des eigenen Namens einen neuen Namen zusammen zu setzen.
Dieser verspielten fantasievollen Tradition bin ich gerne nachgegangen. Wie es im Barock auch üblich war, habe ich nicht nur die Buchstaben von Kathrin Beddig, sondern bevorzugt die alternative Schreibweise Cathrin Beddig eingesetzt und mir eine interessante Fülle neuer „Künstlernamen“ erarbeitet.

Zu den Themen „Löwe – Archetyp im Orient“, „Garten der Semiramis (Blumen in der Wüste)“ und „Schriftzeichen und Anagramme“ habe ich vor der Premiere sechs aufeinander folgende Workshops veranstaltet. Beispiele für Schülerarbeiten habe ich in den Katalog mit aufgenommen.

Sowohl beim Malen als auch beim Komponieren interessiert mich vor allem die absolute Versenkung in die künstlerische Tätigkeit während des Entstehungsprozesses, die alleinige Konzentration auf Klang und Farbe. Alles, was Alltag ist, tritt zurück, im Mittelpunkt steht nur das selbst bestimmte Tun, innerhalb dessen ich Entscheidungen treffe, beobachte, behalte und verwerfe. Je nach Umfang der inneren Vorbereitungszeit finde ich schnell zu einem Abschluss, oder überarbeite, bis es mir gefällt... Immer arbeite ich intuitiv, z. B. in der Wahl der Farben, aber auch in der Bestimmung des Ausdrucks. Nur eines habe ich vorher festgelegt: die Vorstellung, plakativ und einfach bleiben zu wollen.

Soweit ich mit Vorlagen arbeite, nehme ich sie nie, um sie eins zu eins in ein größeres Format zu übertragen. Mir lag daran, sie zu erweitern oder zu verfremden und ich war neugierig, was passiert mit dem Bild:

wenn ich einer Tierfotografie menschliche Züge gebe (im Orient galten Löwen mit Menschengesichtern als böse Dämonen)
wenn ich Farben zusammenstelle, die eigentlich gar nicht zu diesem Motiv passen
wenn ich mich auf starke farbliche Kontraste beschränke
wenn ich eine wesensfremde dominante Farbe in den Vordergrund setze
wenn ich vorher die Anzahl der Farbtöne offen lasse
wenn ich eine gradlinige Vorlage genauso gradlinig übernehme…

Nicht selten hat es eine Weile gedauert, bis ich zu dem für mich stimmigen End-Ergebnis kam.

So gefielen mir die einfachen Landschaften erst in der Erweiterung um dreidimensionales Material.
Der sehr bunte Löwe erst, nachdem ich die Zahl der Farbtöne wieder reduziert hatte.
Der blaue Schilderlöwe erst, nachdem ich sein dominantes Blau soweit übermalt hatte, dass es nur noch durchschien.

Mit Werkschau und Präsentation hoffe ich meine Freude an dem kreativen Flow nicht nur zeigen, sondern auch an den, der sich davon berühren lässt, weitergeben zu können.

zurück


Pfinztal aktuell, Amtsblatt der Gemeinde Pfinztal 9. August 2018

(veröffentlicht von der Evangelischen Kindertagesstätte Emil-Frommel-Haus)

Im Juni wurden unsere „Schmetterlinge“, die Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren der Kindertagesstätte Emil-Frommel-Haus in das Söllinger Bürgerhaus zur Kunstausstellung „Der Löwe ist los“ eingeladen. Interessiert schauten sich die Kinder die bunten Löwen-bilder der Künstlerin Kathrin Beddig an und erkannten schnell, dass die gemalten „Könige der Tiere“ verschiedene Gefühle zeigten. Sie haben sich durch das „Kindergarten-plus-Programm“ in der letzten Zeit intensiv mit dem Thema „Gefühle“ auseinandergesetzt und haben dadurch viele Emotionen bei den Raubkatzen erkannt. Das Kindergarten-plus-Programm ist ein wissenschaftlich fundiertes und bundesweit erfolgreiches Bildungs- und Präventionsprogramm, bei dem die emotionalen und sozialen Fähigkeiten der Kinder gefördert werden. Es stärkt zudem die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) und beugt Gefährdungen wie zum Beispiel Destruktivität und Anfälligkeit für Suchtverhalten vor. Die Künstlerin verriet uns, dass sie ihre persönlichen Gefühle in diesen Löwenbildern zum Ausdruck brachte. Jedem Bild gab sie einen passenden Namen. „Mutig wie ein Löwe – wann wart ihr mal so mutig wie ein Löwe?“ Diese Frage stellte und Frau Beddig und zusammen sammelten wir hierzu Situationen und Momente. Im Anschluss konnten die „Schmetterlinge“ künstlerisch aktiv werden und ihren eigenen Löwen farblich gestalten. Gespannt lauschten die Kinder dann der Geschichte des Bilderbuches „Magnus und der Nachtlöwe“. Zum Abschluss sangen wir ein „löwenstarkes“ Lied, verabschiedeten uns von Frau Beddig und marschierten zurück in unsere Kita. Wir möchten uns recht herzlich bei Frau Beddig bedanken, die mit viel Herzblut und Kreativität die Kinder in die Welt der Löwen hineinführte.

zurück